FWG kritisiert mangelnde Transparenz
Ortsbildprägende Bäume in Bad Bodendorf gefällt
Die Bäume entlang der Bahnlinie an der Hauptstraße in Bad Bodendorf galten als ortsbildprägend. Vor Kurzem sind sie gefällt worden. Und das wirft Fragen auf – nicht nur bei den Freien Wählern – Bürgerliste Sinzig (FWG).
Dass die Bäume entlang der Ahrtalbahnlinie in Bad Bodendorf eine ortsbildprägende Rolle gespielt haben, wird unter anderem durch einen Beschluss des Ortsbeirats Bad Bodendorf vom Juni 2023 deutlich. Damals hatte das Gremium unisono dafür votiert, die Eiche in der Hauptstraße an der Einmündung der Straße „In den Dreizehnmorgen“ zu erhalten, und die Stadtverwaltung Sinzig gebeten, den Baum nach Paragraf 28 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) unter besonderen Schutz zu stellen, berichtet die Rhein-Zeitung.
Die FWG Sinzig kritisiert, dass ihre Anfrage vom 7. August 2025, in der erneut um Prüfung der von der Bahn angekündigten Baumfällungen auf städtischem Grund gebeten wurde, weitgehend unbeantwortet geblieben sei. Und das bis heute. „Lediglich in der Sitzung des Bauausschusses am 3. September 2025 teilte die Verwaltung mit, es handle sich dabei um eine aufwendige Prüfung“, so die FWG.
Der Ortsbeirat Bad Bodendorf indes hatte bereits am 26. August 2025 erneut einen Antrag an die Stadtverwaltung gestellt, in dem auf die Dringlichkeit wegen des am 30. September ablaufenden Fäll- und Schnittverbotes gemäß BNatSchG hingewiesen wurde. Doch auch darauf habe es keine konkrete Auskunft gegeben. „Stattdessen wurde schriftlich mitgeteilt, das Heraussuchen der städtischen Grundstücke entlang der Bahnstrecke sei aktuell ,mit viel Aufwand verbunden’, so die FWG. Sie kommt zu dem Schluss: „Ein wertvolles Stück Ortsbild, Geschichte und Natur wurde gefällt ohne transparente Information, trotz wiederholter Hinweise und Bitten aus dem Ort.“
„Über den genauen Zeitpunkt der Fällung wären wir über eine kurze Mitteilung seitens der Bahn dankbar gewesen“, macht Markus Jüris, Büroleiter der Sinziger Stadtverwaltung, gegenüber unserer Zeitung deutlich. Er berichtet auf Anfrage, dass die Deutsche Bahn zwei Anträge an die Stadt Sinzig gesandt habe. „Ein Antrag bezog sich auf regelmäßig wiederkehrende Pflege- und Rückschnitte entlang der Bahnlinie im Bereich Bad Bodendorf auf städtischen Grundstücken“, so Jüris. Diesem habe die Stadtverwaltung zugestimmt. Und die Arbeiten sind bereits erfolgt – wenngleich sich viele Bürger der FWG zufolge fragen würden, ob der Rückschnitt so radikal hätte ausfallen müssen.
Ein zweiter Antrag, so berichtet Jüris weiter, habe sich konkret auf die Fällung von drei Bäumen auf städtischen Grundstücken entlang der Bahn in der Gemarkung Bad Bodendorf in unmittelbarer Nähe zu den Bahngleisen und den neuen elektrischen Oberleitungen bezogen. „Im Rahmen der Umgestaltung der Ahrtalbahn von einer dieselbetriebenen hin zu einer vollelektrischen Strecke stellten diese sich direkt neben der Strecke befindlichen Bäume als Gefahrenpotenzial für den Betrieb dar“, erläutert der Büroleiter. Denn durch die mit dem Klimawandel einhergehenden Unwetter- und Sturmlagen in intensiverer und häufiger Form würde ein umfallender Baum mit Zerstörung der Oberleitung schwerwiegender sein, führt er aus. „Bei der Abwägung in diesem Falle sieht die Verwaltung den größeren und längerfristigen Vorteil bei der elektrifizierten Ahrtalbahn“, so Jüris.
„Die Verwaltung möchte natürlich jeden erhaltenswerten Baum auch erhalten“, stellt der Büroleiter klar und berichtet, dass die Stadt versucht habe, einen dieser betreffenden Bäume in Bad Bodendorf unter Naturschutz zu stellen. Ein entsprechendes Verfahren, so Jüris, sei angestoßen worden. „Dieses war zum Zeitpunkt der Fällung aber noch nicht beendet“.
Quelle: Pressemitteilung der Freie Wähler – Bürgerliste Sinzig in der Rhein-Zeitung online vom 05.11.2025
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