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Aktuelles

Verkehrskonzept Innenstadt: Sorgfältig abwägen statt vorschnell festlegen

Beitragsbild Verkehrskonzept Innenstadt: Sorgfältig abwägen statt vorschnell festlegen

Im Fachausschuss der Stadt Sinzig stand erneut das Verkehrskonzept für die Innenstadt auf der Tagesordnung. Die Freie Wählergruppe (FWG) Sinzig begrüßt ausdrücklich, dass nach über 20 Jahren eine grundlegende Überprüfung der Verkehrsführung erfolgt.

„Unser Ziel muss eine zukunftsfähige und ausgewogene Lösung sein, die sowohl die Aufenthaltsqualität als auch die Bedürfnisse von Handel, Gastronomie, Anwohnern und Besuchern berücksichtigt“, betont die FWG.

In der öffentlichen Diskussion wird derzeit insbesondere die Einrichtung einer Fußgängerzone im Bereich des Marktplatzes und der Bachovenstraße intensiv diskutiert. Die FWG mahnt hier zu einer differenzierten Betrachtung. „Eine Fußgängerzone führt gerade in kleineren Städten nicht automatisch zu mehr Leben oder wirtschaftlicher Belebung“, so die Fraktion. Erfahrungen aus vergleichbaren Kommunen und auch aus Sinzig selbst zeigten, dass Einschränkungen für den Autoverkehr durchaus auch negative Auswirkungen haben können.

Erfahrungen mit temporärer Fußgängerzone berücksichtigen

Bereits im Jahr 2003 habe ein Versuch mit einer temporären Fußgängerzone in den Abendstunden zu spürbaren Umsatzrückgängen, insbesondere in der Gastronomie, geführt. „Das zeigt deutlich, dass Erreichbarkeit weiterhin ein entscheidender Faktor ist“, so die FWG.

Hinzu komme die aktuelle Entwicklung in der Innenstadt: Der Einzelhandel, insbesondere im Bereich Bachovenstraße, sei in den letzten Jahren rückläufig, das gastronomische Angebot nehme ebenfalls ab. Vor diesem Hintergrund müsse jede Maßnahme sorgfältig geprüft werden.

Unstrittig ist für die FWG hingegen die Bedeutung einer attraktiven Innenstadtgestaltung. Die geplante Neugestaltung von Markt- und Kirchplatz werde ausdrücklich begrüßt: „Hier liegt eine große Chance, die Aufenthaltsqualität deutlich zu steigern – auch ohne vollständige Sperrung für den Verkehr.“

Darüber hinaus weist die FWG darauf hin, dass eine Belebung der Innenstadt nicht allein durch verkehrsplanerische Maßnahmen erreicht werden könne. „Eine attraktive Innenstadt entsteht durch Angebote, Begegnung und Leben. Deshalb sind begleitende Maßnahmen wie Veranstaltungen, Aktionen und ein aktives Stadtmarketing unverzichtbar.“

Abschließend betont die FWG: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch keine Entscheidung getroffen. Alle Varianten müssen offen, sachlich und auf Grundlage der Fakten geprüft werden. Für uns gilt: Keine vorschnellen Festlegungen, sondern eine verantwortungsvolle Entscheidung für die Zukunft unserer Stadt.